Ratenkredite in Deutschland werden mit sehr unterschiedlichen Zinssätzen bepreist. Der Grund hierfür ist, dass die Banken die Zinsberechnung individuell festlegen können, wodurch sich die Zinssätze gravierend unterscheiden können.
In erster Linie orientiert sich der Zinssatz für Ratenkredite am allgemeinen Zinsniveau, welches von der europäischen Zentralbank durch Festlegung des Leitzinses bestimmt wird. Dieser Leitzins gibt die Kosten für die Refinanzierung der Banken wider und bestimmt so sowohl die Konditionen für Kredite wie auch für Geldanlagen.
Weitaus wichtiger als der Leitzins ist aber die individuelle Geschäftspolitik der Banken, die durch die Vergabe von Krediten natürlich Geld verdienen wollen. Aus diesem Grund werden die Banken versuchen, möglichst hohe Zinssätze durchzusetzen, um hohe Gewinne zu erzielen. Allerdings sind auch Banken zu finden, die ihren Kunden geringe Zinssätze bieten. Insbesondere Direktbanken und auf Ratenkredite spezialisierte Kreditbanken können weitaus geringere Ratenkredit Zinsen berechnen, weshalb die Kreditvergabe im Internet immer beliebter wird.
Bei der Berechnung der Kreditzinsen spielen aber auch die Kreditsumme sowie die Laufzeit eine wichtige Rolle. Je höher die Kreditsumme vereinbart wird, desto größere sind die Risiken für die Banken, gleiches gilt für lange Laufzeiten, denn während einer sechs- oder siebenjährigen Kreditlaufzeit können zahlreiche Situationen eintreten, durch die die Kreditrückzahlung gefährdet sein kann.
Letztlich spielt auch die Bonität der Kreditnehmer bei der Ermittlung der Kreditzinsen eine wichtige Rolle, denn die Banken müssen Rücklagen für vergebene Kredite schaffen, die sich nach dem Risiko des Kreditausfalls bemessen. Bei der Bonität handelt es sich um die Kreditwürdigkeit eines Menschen, die anhand verschiedener Faktoren ermittelt wird. Wichtige Faktoren sind dabei neben dem Einkommen auch der Familienstand, die Wohnsituation sowie der Haushaltsüberschuss, der für die Finanzierung der Kreditrate genutzt werden kann. Um die Bonität zu beurteilen, haben die Banken interne Scorings geschaffen, die einen Wert von eins bis sechs aufweisen können. Bei einem Scoring von eins weisen Kreditnehmer eine einwandfreie Bonität auf, die Banken gehen bei der Vergabe von Krediten in diesem Fall nur geringe Risiken ein. Bei einem Scoring ab vier gelten Kredite als ausfallgefährdet, weshalb neue Kredite nur selten vergeben werden. Um die Risiken der Banken zumindest teilweise finanziell auszugleichen, fordern die Institute bei Kreditnehmern mit einem nur mittlerem oder gar einem schlechten Scoring Zinsaufschläge, die sich wiederum nach der ermittelten Bonität orientieren. Da die Scorings der Banken jedoch sehr unterschiedlich sind lohnt es sich, den Kreditantrag bei mehreren Instituten zu stellen und im Anschluss die detaillierten Angebote auszuwählen.
Für Kreditsuchende mit einer nur durchschnittlichen Bonität lohnt es sich mitunter, Banken auszuwählen, die ihre Ratenkredite bonitätsunabhängig vergeben. Die Zinssätze dieser Institute gelten dabei für alle Kunden einheitlich, sie sind lediglich von der Kreditsumme sowie der Laufzeit abhängig.
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